Zehntausend-Jahres-Uhr, ein Projekt der Long Now Foundation zur Konstruktion eines Uhrwerks mit einer der Ewigkeit möglichst nahe kommenden Laufzeit.

Die private ►Long Now Foundation wurde 1996 in San Francisco gegründet, um ein weit zukunftsgerichtetes Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu propagieren. Die Stiftung verfolgt mehrere ►ewigkeitsorientierte Projekte, darunter die Zehntausend-Jahres-Uhr und das Rosetta-Projekt zur Aufzeichnung und dauerhaften Bewahrung sämtlicher Sprachen der Erde.


Prototyp der Zehntausendjahresuhr

Um mindestens 10.000 Jahre weitgehend ohne menschliche Eingriffe zu laufen, muss das Uhrwerk aus extrem dauerhaften Materialien aufgebaut sein. Es soll möglichst kein Getriebe enthalten, denn Zahnräder verschleißen im Lauf der Jahrtausende. Zugleich darf die Uhr nur einen geringen Materialwert repräsentieren, damit künftige Generationen auch in Krisensituationen davon absehen, sie zu plündern. Die Energiequelle soll erneuerbar sein, aber nicht gestohlen werden können. Die Uhr soll extrem genau sein, aber ohne Elektronik auskommen, denn man muss sie mit einfachsten Mitteln reparieren können. Aus dem gleichen Grund darf die Uhr keine verborgenen oder gekapselten Teile enthalten, damit man ihre Funktionsweise einfach erkennen kann. Zudem soll sie skalierbar sein, d.h. man soll sie in einer beliebigen Größe nach dem gleichen Bauplan konstruieren können.

Dies sind schwere Anforderungen. Trotzdem gelang es der Long Now Foundation, eine solche Uhr zu bauen. Der oben abgebildete verkleinerte Prototyp wurde zur Jahrtausendwende in Gang gesetzt. Er synchronisiert sich jeden Tag auf mechanische Weise nach dem Sonnenstand und befindet sich derzeit im Science Museum in London. Die endgültige Uhr soll in wesentlich größerem Maßstab auf einem abgelegenen Berggipfel in der Wüste von Nevada aufgebaut werden.


Weblinks zum Thema

■ Long Now Foundation
■ Zukunfts-Blog

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