Ende, der Abschluss eines zeitlichen Vorgangs oder eines räumlichen Objekts. Das Ende selbst ist Teil des Objekts. Existiert kein Ende, ist das Objekt nicht zwangsläufig unendlich, jedoch immer unbegrenzt.

1) Räumliches Ende der Welt nach dem mittelalterlichen Weltbild. Die vom Ozean umgebene flache Welt hatte vier Enden gemäß den vier Himmelsrichtungen. Ihr westliches Ende war vor der Entdeckung Amerikas das Kap Finisterre (v. lat. finis "Ende" und terra "Erde") in der Nähe von Santiago de Compostela in Galizien. Für die Pilger auf dem Jakobsweg lag dort ihr Ziel und zugleich das Ende der Welt.

Einige Apokalypsen

2) Zeitliches Ende der Welt in den Religionen. Fast jede Religion prognostiziert den Untergang der diesseitigen Welt, wenn auch auf unterschiedliche Art:

  • Das christliche Weltbild verkündet in der Johannes-Offenbarung den Untergang der Welt. Er wird eingeleitet durch das Erscheinen der vier Reiter der Apokalypse und das Ausgießen der sieben Schalen des Zorns, mit denen Gott die Menschen peinigt, um sie auf ihren Untergang vorzubereiten. Nach dem Endkampf zwischen Gott und Teufel ersetzt Gott die jetzige Welt durch eine neue, perfekte Schöpfung.
  • In der Kirchengeschichte war die Johannesoffenbarung wegen ihres grausamen und kryptischen Inhalts umstritten. Manche Kirchenväter hielten sie für eine Fälschung. In einigen Ostkirchen, wie etwa der syrisch-orthodoxen, wird sie nicht als Teil der Bibel anerkannt.
  • Das islamische Weltbild beinhaltet ebenfalls ein Jüngstes Gericht, sehr ähnlich dem christlichen. Die Toten werden auferweckt und nach ihrem Verhalten im Leben gerichtet. Die Gerechten erlangen die ewigen Freuden des Paradieses, die Ungerechten die ewige Bestrafung in der Hölle. Wer etwa in seinem Leben nur Reichtümer angehäuft hat, ohne den Armen zu geben, ist nach der islamischen Lehre zur Hölle verdammt.
  • Für das buddhistische Weltbild ist das anzustrebende Ende gekommen, wenn alle Seelen vom Kreislauf der ewigen Reinkarnation befreit und ins Nirvana eingegangen sind.
  • Die Nordische Mythologie verbindet den Untergang der Welt mit dem Untergang der Götter in der Götterdämmerung (Ragnarök). Sonne und Mond werden von mythologischen Wölfen verschlungen, die Sterne stürzen vom Himmel. Im Endkampf zwischen Göttern und Riesen wird die alte Welt durch Feuer vernichtet. Unter den überlebenden Göttern entsteht eine neue irdische Welt.

3) Zeitliches Ende der Welt nach dem naturwissenschaftlichen Weltbild. Näheres über das endgültige Ende erfahren Sie unter Universum. Jedoch wird die Erde bereits lange vor dem Ende des Universums nicht mehr existieren:

Ende des Sonnensystems

Zurzeit stammt die Energie der Sonne aus einem nuklearen Prozess, der Wasserstoffatome zu Heliumatomen verschmilzt. Der Anteil an Helium in der Sonne nimmt also ständig zu, der an Wasserstoff ab. Da Heliumatome schwerer sind, wird der Sonnenkern allmählich immer dichter. Dies führt dazu, dass Helligkeit und Strahlungsleistung der Sonne ständig ansteigen.

In etwa 500 Millionen Jahren wird die Temperatur der Erdoberfläche 100 Grad Celsius überschreiten – eine globale Erwärmung, an der ausnahmsweise der Mensch nicht schuld ist. Die Meere kochen und verdampfen. Das meiste Leben wird ausgelöscht. Einzig einige anaerobe Bakterien, die in mehreren Kilometern Tiefe im Gestein vorkommen und sich von langsamen chemischen Prozessen ernähren, gedeihen bei hohen Drücken und Temperaturen weiter. Aber auch mit diesen ist es spätestens dann vorbei, wenn sich die Sonne in etwa 6 Milliarden Jahren zu einem Roten Riesenstern aufbläht. Hierbei verschluckt sie die nahen Planeten Merkur und Venus. Die Erde läuft als glühender Ball knapp an ihrem äußeren Rand entlang. Am Ende ihrer Entwicklungszeit stößt die Sonne einen Großteil ihrer Materie ab und zieht sich zu einem Weißen Zwerg zusammen, einem winzigen und extrem dichten Stern etwa von der Größe der Erde. Dieser Zwerg wird noch einige Milliarden Jahre weiterstrahlen und immer mehr auskühlen, bis er zu einem Dunklen Stern geworden ist, dem kalten und strahlungslosen Überrest einer Sonne.


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